Reinhard Mey – Golf November (Guitar)

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Chords

One of my favorite Songs of Reinhard Mey. I found another version of this song on here, but the Chords were off and not tabbed all the way through. Cheers flashback84 [Verse 1]
Am      
Die letzten Einkäufe gemacht

      F
Der Dienst geht heut bis kurz vor acht,

G                  Am
Freitag, der 23. Dezember.

    Am  
Ein Blick aufs Vorfeld, es schneit.

    G
Da draußen steht sie startbereit,

    F           G          Am
Die Delta-Hotel-Kilo-Golf-November.

      C   
Der Nachmittag nimmt seinen Lauf,

      G
Der Doktor klart den Schreibtisch auf,

     Dm                              F  E
Der Flieger ißt sein Wurstbrot mit Behagen.

    Am   
So haben die zwei oft gewacht,

    G            
Zusammen manchen Flug gemacht

     F              G                Am
Und noch mehr Zeit zusammen totgeschlagen.
[Verse 2]
Am      
Der Wettermann sagt: schlechte Sicht

      F
Im Westen Bremen ist schon dicht,

   G                                Am
Minus vier Grad mit starken Niederschlägen;

    Am          
Um drei Uhr ist die Kaltfront hier.

    G
Der Flieger streicht sein Brotpapier

        F           G          Am
Und faltet es bedächtig: "Meinetwegen".

      C   
Der Doktor rumort nebenan,

        G
Sucht Filtertüten, macht sich dran,

Dm                              F  E
Tassen zu spülen und Kaffee zu kochen.

    Am 
Aber der Notruf kommt vorher:

    G   
Am Ostufer, Steinhuder Meer,

     F              G            Am
Ein Kind ist im dünnen Eis eingebrochen.
[Verse 3]
     Am 
Der Doktor trommelt: "Tempo Mann!",

      F
Der Flieger läßt das Triebwerk an,

    G                                Am
Ein Dutzend bunter Lämpchen sind zu testen,

    Am  
Und kaum daß er den Tower ruft,

    G
Hat er den Vogel in der Luft,

      F              G                Am
Quer übern Platz und auf dem Kurs nach Westen.

      C   
Schon taucht er ein im düsteren Grau,

      G
Hier kennt er jeden Busch genau,

     Dm                              F  E
Jeden Schornstein, alle Hochspannungsmasten.

    Am   
Noch keine fünf Minuten sind

    G            
Verflogen, als er schon beginnt,

     F            G           Am
Sein Ziel in Bodennähe zu ertasten.
[Verse 4]
    Am  
Ein zweites Flugzeug, Phönix III

      F
In dreihundert Fuß ist dabei,

    G                   Am
Den See in größ'rer Höhe zu umkreisen,

    Am
Um aus der bess'ren Übersicht

    G
Der Golf-November, die ganz dicht

    F            G                  Am
Über dem Wasser schwebt, den Weg zu weisen.

     C  
War da ein Schatten unterm' Eis?

    G
Die Golf-November ist im Weiß

     Dm                              F  E
Von aufwirbelndem Pulverschnee verschwunden.

    Am  
Da war's, in Position neun Uhr,

    G
Da drüben links, drei Meter nur,

     F            G           Am
Da ist es, ja, sie haben es gefunden!
[Verse 5]
    Am  
Der Flieger setzt im Schwebeflug

      F
Seine Maschine fest genug

    G                   Am
Auf's Eis, um mit den Kufen einzubrechen,

    Am  
Und hält sie dann in Maßarbeit,

    G
Wie festgeschraubt, zwei Fingerbreit,

    F           G          Am
Über den trügerischen weißen Flächen.

     C
Der Doktor wagt's und seilt sich ab,

    G
Steigt auf die Kufe, viel zu knapp

     Dm                          F  E
Die Zeit, um Rettungsgerät zu besorgen,

      Am        
Kniet hin aus waghalsigem Stand,

    G
Packt zu und hat mit sichrer Hand

     F              G           Am
Die kleine, leblose Gestalt geborgen.
[Verse 6]
    Am  
Leistung und Steuerknüppel vor:

      F
Die Golf-November schießt empor,

    G                   Am
Und wieder ist's ein Wettlauf um Sekunden.

    Am  
Und bald ist die kostbare Fracht

    G
Behutsam versorgt und bewacht,

    F           G          Am
Hinter gläsernen Kliniktür'n verschwunden.

     C
Das war's die Anspannung schlägt um

    G
In Müdigkeit, die Zwei steh'n rum,

     Dm                      F  E
Keiner hat ein Wort herauszubringen,

    Am  
Während da drin mit aller Kraft,

    G
All ihrer Kunst und Meisterschaft,

     F              G                Am
Ein dutzend Menschen um ein Leben ringen.
[Verse 7]
    Am  
Dreitausend Stunden auf dem Bock,

      F
Und immer noch der gleiche Schock,

    G                        Am
Den hilft keine Gewohnheit überwinden.

    Am  
Eintausend Einsätze und mehr,

    G
Und immer noch genauso schwer,

    F           G          Am
Sich mit unserer Ohnmacht abzufinden.

     C
Die Front ist da, es dunkelt schon,

    G
Und in der engen Wachstation

     Dm                       F  E
Sind bleiche Neonleuchten angegangen.

    Am  
Der Flieger füllt den Dienstplan aus,

    G
Der Doktor sieht zum Fenster raus,

     F              G            Am
Und ein Gedanke hält die zwei gefangen.
[Verse 8]
    Am
Doch keiner, der das Schweigen bricht.

    F
Die winz'ge Chance nur, mehr nicht!

    G                   Am
Beide würden sie viel dafür geben...

    Am
Und da zerreißt das Telefon

    G
Die Stille in der Wachstation

    F           G                Am
Und eine Stimme sagt, das Kind wird leben.

     C
Der Doktor hängt der Hörer ein.

    G
"Der Kaffee dürfte bitter sein,

     Dm                          F  E
Egal, ich nehm'ne Tasse, Du auch eine?"

    Am
Der Flieger nickt von seinem Platz

    G
Und schreibt Anlaß: Rettungseinsatz

     F       G            Am
Besondere Vorkommnisse: - keine.